Florian Horwath, Österreichs herzerweichendster Sänger, tourt mit seinem neuen Album Sleepyhead und seiner Band The Mothers Of Scandinavia durchs Land.
Glaube. „Dieser Typ ist kein Musiker“, sagten Naked Lunch nach einem Konzert über Florian Horwath, „das ist ein Religionsstifter.“ Natürlich ist Horwath Musiker, und kaum etwas läge ihm ferner, als tatsächlich eine Sekte zu gründen, grundsätzlich haben seine Kollegen aus Kärnten aber Recht mit ihrem Riesenlob. Denn der 35-jährige Sänger und Songschreiber verbreitet mit seiner Musik – egal, ob live oder auf Tonträger – eine derartige Innigkeit, dass man sich schon einmal an eine Messe erinnert fühlen kann. Wer Horwath hört, kann zum Glauben bekehrt werden: an das Schöne und Gute, an eine Harmonie, die der Welt fast völlig verloren gegangen ist. Im April hat der in Wien lebende Tiroler neue Beweise seiner Fähigkeit, das Licht zu bringen, veröffentlicht. Mit dem aktuellen Album Sleepyhead schließt er nicht nur an die Qualitäten seines Erstlingswerks We Are All Gold (2005) an, er übertrifft dieses noch.
Gefühl. Horwaths neue, vom Geist und von der Musik der 1970er-Jahre beflügelten Songs treffen mitten ins Herz. Mit dem in gleich zwei Fassungen vertretenen „Baby You Got Me Wrong“, das er einmal allein, einmal im Duett mit Nina Persson von den Cardigans singt, hat er diesmal einen potentiellen Hit im Gepäck, der ihn auch international bekannter machen sollte. Bevor er sich um das Seelenheil im Rest der Welt kümmert, spielt er dieser Tage aber noch ein paar Konzerte in Österreich. Ende Mai und Anfang Juni stehen Auftritte in Tirol, Kärnten, Oberösterreich und Wien auf seinem Terminplan. Unterstützt wird er von seiner Band The Mothers Of Scandinavia, die überwiegend aus schwedischen Musikern besteht. Neben Magnus Sveningsson, dem Bassisten der Cardigans, mischen Jens Jansson und Kyrre Kvam mit. Komplettiert wird die Gruppe von einem Landsmann und Ex-Arbeitskollegen des früheren Radio-Redakteurs Horwath, nämlich „Projekt X“-Mann Gerald Votava. Männer mit großen Herzen, die keine Probleme haben, ihre Gefühle zu zeigen.
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