Kritiken --- Pal H. Christiansen - Die Ordnung der Worte (11. 5. 2007)
Pal H. Christiansen
Die Ordnung der Worte
Von: Sebastian Fasthuber
Musik von a-ha rettet Leben.
Pal H. Christiansen? Nie gehört, aber der Roman Die Ordnung der Worte des Norwegers (Jahrgang 1958) ist ohne Frage eines der komischsten Bücher der letzten Zeit. Man liest ein wenig rein, ist erst verdutzt über den schrägen Helden und Erzähler Hobo Highbrow, schmunzelt einmal – und kommt spätestens bei der zweiten Erwähnung des „Riksmal Wörterbuch der Norwegischen Akademie“ nicht mehr aus dem Lachen heraus. Hobo ist nämlich ein gequälter, selbstverständlich von seiner gesamten Umgebung missverstandener Schriftsteller. Seinen Job als Korrekturleser einer Zeitung hat er gerade verloren. Sicherheit und Trost spenden ihm nur zwei Dinge: Das „Riksmal Wörterbuch der Norwegischen Akademie“, die alleinige und von ihm fetischartig verehrte Instanz, was die norwegische Sprache betrifft; und zweitens die Musik von A-ha, die er schlicht und ergreifend für die größten Poppoeten seit den Beatles hält. Außerdem haben die drei Landsleute gezeigt, dass man es auch als Norweger schaffen kann, Weltruhm zu erlangen. Hobo würde es schon genügen, wenn ihm seine Freundin nicht davonläuft und ihn die Muse wieder mal küsst. Die Ordnung der Worte ist ein erfrischend anderer Roman, der voller Popkultur steckt und mit absurdem, bösem, ganz selten zynischem Witz punktet.
Rockbuch, 238 Seiten. Deutsch von Christine von Bülow.
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