Kritiken --- Maschek - Beim Gusenbauer (7. 1. 2008)
Maschek
Beim Gusenbauer
Von: Sebastian Fasthuber
Grelle Satire auf die Politik und die kleinen menschlichen Schwächen ihrer Akteure.
Maschek zählt zu den überraschendsten Erfolgsgeschichten im Sektor „Gute Laune“. Drei junge Herren, die Fernsehbilder zeigen, dabei den Original-Ton abdrehen und ihren eigenen, absurd-komischen Text darüber sprechen: Das hört sich nach einer lustigen Studenten-Gaudi an, die sich aber auch recht schnell wieder abnutzt. Die Mascheks jedoch haben daraus eine ganze Karriere aufgebaut und unterhalten ihr Publikum mit diesem Schmäh seit Jahren sehr gut. Das Material und die Pointen sind ihnen nicht ausgegangen, und zur Not lässt sich immer noch auf eine Meta-Ebene ausweichen, wie ihr neues Programm „Das Maschek.Patent“ zeigt. Der größte Erfolg von Robert Stachel, Peter Hörmanseder und Ulrich Salamun ist aber ihr Politkasperltheater, bei dem Puppen von heimischen Ministern und Parlamentariern über die Bühne tanzen und Maschek ihnen Worte in den Mund legen, die unsere Politiker so öffentlich eher nicht sagen würden. Das erste Programm hieß „Bei Schüssels“, nach dem Wechsel im Kanzleramt spielt man nun „Beim Gusenbauer“. Wobei der kleine, naiv-pitzelige Gusi am Anfang damit zu kämpfen hat, seinen Vorgänger aus seinem Büro fern zu halten, weil Dr. Wolfgang Schüssel einfach nicht einsehen will, dass seines Amtszeit vorbei ist. Vize-Kanzler Willi kämpft dagegen noch mit Unsicherheiten und braucht viel guten Zuspruch. Etwa vom lustigen Bürgermeister aus dem roten Wien, der schon in der Mittagspause gern zwei, drei Vierteln trinkt und von der überdrehten neuen Gesundheitsministerin eine Entziehungskur verordnet bekommt. Ein heilloses Durcheinander ist das: Was wohl „der Kreisky“ dazu sagen würde? Prompt erscheint Fredi dessen Geist... Die von Gerhard Haderer gestalteten Puppen sind super, die Texte ebenso, das Tempo ist atemberaubend, das Timing sitzt und auch die meisten Stimmen gehen in Ordnung. Besonders herzhaft lachen lassen die kleinen Schwächen, die Maschek unseren Politikern andichten, etwa das nervöse Fußwippen des Wilhelm Molterer, mit dem man phasenweise fast Mitleid bekommt. Politiker, allzumenschlich.
Top-Interview SCISSOR SISTERS Schwitzen in der Nachtschicht Sänger Jake Shears spricht über die Hintergründe des neuen Langspielers und verrät Erhellendes über New York und Berlin, Stuart Price und Neil Tennant sowie Disco als allerletzte Utopie. mehr
Top-Album I AM KLOOT Sky At Night Im melancholischen Grau schimmern unzählige Farben. Wie der Himmel über Manchester: Ein diffuses Leuchten. Der Tag kann kommen für I Am Kloot. mehr
Top-Buch DAVID NICHOLLS Zwei an einem Tag Eine packende Liebes- und Lebensgeschichte, die hautnah am Leben dran ist, beseelt von glaubwürdigen, realen Charakteren. Absolut lesenswert. mehr