Helmut Krausser (Der große Bagarozy, UC) verfügt über eine treue Fangemeinde, von der Kritik wurde er manchmal skeptisch beäugt. Zu genialisch, zu verschwenderisch ging er teilweise mit seinem Talent um. In seinem neuen Roman Eros hat er versucht, seinen Stoff lockerer zu handhaben und auch sprachlich einen Gang zurückzuschalten. Das tut dem Unternehmen sehr gut, denn die erzählte Geschichte einer großen Liebe ist aufregend genug. Der Sohn eines Nazi-Günstlings verliebt sich vor Ende des 2. Weltkrieges in ein Mädchen, deren Eltern in der Fabrik seines Vaters arbeiten. Sie will für einen Kuss von ihm bezahlt werden, macht ihm den Standesunterschied und die Unmöglichkeit einer Beziehung klar. Doch er kommt nie von ihr los und diktiert schließlich am Ende seiner Tage einem Autor seine unglaublichen Anstrengungen, Sofie an sich zu binden. Das mitunter atemberaubende Ergebnis hält der Leser in Händen.
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