Kritiken --- Bunny Lake - The Beautiful Fall (12. 3. 2010)
Bunny Lake
The Beautiful Fall
Von: Renzo Staub
Raues Glitzern: Ein Glücksfall von Pop-Album.
Bisher zeigten Bunny Lake nur Ansätze von Pop, die jedoch von düsteren Electro-Klängen übertönt wurden. 2010 ist das Jahr, in dem sich Suzy On The Rocks und Christian Fuchs voll an das Abenteuer Popmusik heranwagen. Schon die Einleitung mit „Swallow The Darkness“ darf man programmatisch verstehen, hier verschluckt eine bittersüße Euphorie die Dunkelheit. Mit „Into The Future“, der allseits beliebten Single „1994“ und „Army Of Lovers“ folgen erst mal nur Hits. Nebenbei wird auch die emotionale Bandbreite der Band spürbar. Während „Into The Future“ von Aufbruchsstimmung beflügelt ist, mischt sich in die Disco-Ekstase von „1994“ schon zarte Melancholie. Der Song schildert ja keinen unmittelbaren Exzess, sondern die Erinnerung an Nächte von einst. „Army Of Lovers“ schließlich zeigt, dass Bunny Lake ihre finsteren Seiten nicht völlig abgelegt haben. Der Song beschwört eine Einheit, die Stimmen der Liebeskrieger klingen aber erschöpft. Im Weiteren wird der Hitfaktor etwas zurückgefahren, verschiedene Facetten der Bunny-Seelen dürfen in den Vordergrund treten. „Charlotte Goodbye“ und „Hello Anita“ führen eine Tradition von Songs mit Mädchennamen fort, die von Velvet Underground bis Pulp führt. „Ganz Wien“ ist ein selten gelungenes Falco-Cover und im Rausschmeißer „When The Night Begins“ legt sich langsam wieder die Nacht über die Stadt. Ein Glücksfall von einem Album, dessen Melodien schleichend süchtig machen.
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