Kritiken --- Rewolfinger - How We Lost Our Way (20. 5. 2009)
Rewolfinger
How We Lost Our Way
Von: Sebastian Fasthuber
Trash Country aus der österreichischen Prärie.
„Trash Country kommt als Ergebnis heraus, wenn man Country spielen will, aber nicht weiß, wie das geht”, sagen Rewolfinger. Und: „Keine Ahnung von genretechnischen Standards zu haben, ist für Trash Country eine entscheidende Voraussetzung.“ Das heimische Septett nimmt sich Country Music zur Brust und deutet sie, fernab aller Nashville-Konventionen, auf herzlich-räudige Art neu. Die Songs sind überwiegend Traditionals. Rewolfinger nehmen davon jedoch nur die Texte her – es geht um Liebe und Tod, Verlockung und Schmerz – und machen ihre eigene Musik dazu, die auch Rock’n’Roll oder Tex Mex-Elemente inkludiert. Ihr zweites Album How We Lost Our Way stellt im Vergleich zum Erstling Redemption, Daily 10 a.m. (2007) einen ordentlichen Entwicklungssprung dar. Der Unterschied ist schnell erklärt: Damals klang die Band irgendwie lässig, wie die österreichische Version des Americana- und Alternative-Country-Trends sozusagen. Jetzt klingt sie zwingend. Wie eine gute Indie-Rockband, die beschlossen hat, sich nur mehr der Country Music zu widmen – und diese nicht bloß als netten Spleen ansieht. Rewolfinger nehmen ihr Faible ernst, aber auch nicht zu ernst: Natürlich wissen sie mittlerweile, wie man Country Music richtig spielt. Viel mehr Spaß macht es aber, aus den Mustern des Genres auszubrechen und es mit punkiger Note zu würzen. Eine scharfe Mischung, die einem durchaus die eine oder andere Träne entlocken kann.
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